Musical Projekt „Esau und Jakob – Brüder auf Umwegen“

Nach „Tabaluga“ (1995 – 1998), „Treffpunkt Stall“ (1998) „König David“ (2000 – 2004), „Der kleine Tag“ (2001 - -2003) und „Abraham – Vater im Glauben“ (seit 2006) wird nun „Esau und Jakob – Brüder auf Umwegen“ das 6. Musicalprojekt unserer musikalischen Gruppen sein.

Es geht um die Geschichte zweier ungleicher Zwillingsbrüder, die sich um das Erbe streiten, sich verfeinden und auf wunderbare Weise wieder zueinander finden.
Chor, Band und Schauspieler proben seit Anfang 2009.

"Esau und Jakob - Brüder auf Umwegen"

Unsere Geschichte entführt uns in die Welt der Urväter des Volkes Israel. Klangvolle Namen der biblischen Geschichte spielen eine wesentliche Rolle, Isaak und Rebekka, Lea, Rachel und natürlich die Titelfiguren unserer abendfüllenden Musicalgeschichte, die beiden ungleichen Zwillingsbrüder Esau und Jakob.

 

Es beginnt am Lagerfeuer an dem die gealterten Brüder Esau und Jakob sitzen. Die Beiden denken über ihr Leben nach und erzählen sich gegenseitig ihre Geschichte. Im Lied "Wer hat die Schuld" .stellen sie sich gegenseitig diese entscheidende Frage, Die Erkenntnis:"Wir waren beide noch so jung und jeder dachte nur an sich" fasst die jugendliche Lebenssituation zusammen.

In der Rückblende sehen sie sich als streitende Jungs, die von ihrer Mutter Rebekka zur Rede gestellt werden - eine für die Beiden typische Situation. Vom Dorfbrunnen aus beobachten die Tratschweiber das Geschehen und "beschreiben" auf ihre unnachahmliche Weise wie Esau von seinem Vater Isaak und Jakob von seiner Mutter Rebekka bevorzugt wird. Nebulon, der Hauptdiener des Isaak, fällt den Tratschweibern ins Wort und führt uns in alltägliche Szenen der Familie ein. Im Wiegenlied erleben wie Rebekka ihren Sohn Jakob in den Schlaf singt. Visionär sagt sie ihm zu: "Deine Füße gehen neue Wege- du bleibst nicht stehen!"

 

Ein Zeitsprung lässt uns die wohl berühmteste Situation aus dem Leben der beiden ungleichen Zwillinge erleben - Esau kommt von der Jagd zurück, hat Riesenhunger und verlangt von Jakob einen Teller Linsensuppe. Jakob verweigert zunächst, schlägt aber dann seinem Bruder mit einem Linsengericht einen Handel vor. "Wenn du willst, was du willst, dann bekomme ich von dir im Tausch gegen einen Teller Linsensuppe deine Rechte als Erstgeborener." Esau geht auf diesen Vorschlag ein.

 

So haben die Tratschweiber neuen Stoff für ihre "Gespräche"  Sie erleben wie Nebulon hektisch Esau sucht, weil Isaak, der seinem Tod nahen sieht, seinem Sohn den Segen des Erstgeborenen geben will. "Bevor ich dich segne, jage mir ein Steinbock und bereite ihn mir zu. Dann komm und gib mir zu essen, damit ich dich   durch meinen Segen zum Anführer unseres Volkes machen kann.“

Rebekka hört alles mit an und ersinnt eine List. Als Esau verkleidet soll Jakob seinerseits dem fast erblindeten Isaak das Essen bringen -Ein Fell um die Arme soll die Behaarung, das Festgewand des Esau seinen Geruch vortäuschen - so verkleidet betrügt Jakob seinem Vater und erhält "Den Segen des Isaak".

Als Esau den Betrug bemerkt, gerät er außer sich vor Wut, will seinen Bruder töten. Rebekka fällt es wie Schuppen von den Augen, was sie angerichtet hat: Isaak wird bald sterben, Esau würde Jakob töten und daraufhin selber durch das Stammesgesetz den Tod erleiden -sie wäre allein und ohne Familie..... Schnell packt sie Jakobs Habseligkeiten zusammen, schickt ihn zu ihrem Bruder Laban ins das Land der "Söhne des Ostens" damit Jakob dort eine Familie gründen sollte. "Plötzlich riechts nach Himmel, wenn du mit unserem Gott lebst", sagt sie ihm mit ihrem mütterlichen Segen zu und schickt Jakob auf die Reise.

 

"Jakobs Flucht" wird begleitet von der Sorge der Eltern, wie es ihm wohl ergehen wird .Auf seiner beschwerlichen Reise hat Jakob in der Nacht einen Traum. Er sieht die "Himmelsleiter",als Verbindung zwischen Himmel und Erde. Jakob erfährt die segnende göttliche Vision: "Deinen Vätern habe ich die Zusage gegeben, dass ich sie zu einem großen Volk machen werde. Jakob, deine Nachkommen werden zahlreich sein, wie die Sterne am Himmel"

 

PAUSE

 

Der zweite Akt stellt uns zunächst die beiden Töchter des Laban vor "Lea und Rachel" versprechen  sich gegenseitige Treue, als plötzlich ein kleiner Junge aufgeregt zu Laban kommt und ihm die Ankunft eines Mannes ankündigt.  

„So, so du suchst Arbeit und deine Mutter, meine Schwester, hat dich zu mir geschickt." Jakob hört kaum auf Labans Worte - er hat nur verliebte Augen für die jüngere Tochter des Laban, Rachel..Da Jakob auf seiner Flucht von Räubern der Brautpreis gestohlen wurde, steht er mit leeren Händen vor Laban. Er will unbedingt Rachel zur Frau und handelt mit seinem Onkel den Brautpreis aus: 7 Jahre unentgeltliche Arbeit als Knecht in den Diensten des Laban.

Jakob hat großen Erfolg bei der Aufzucht von Labans Vieh und wir dürfen erleben wie Rachel ihrem Jakob zusagt:"Deine Nähe gibt mir Flügel

Die Jahre vergehen und Laban wird bewusst, dass Jakob bald seinen Lohn verlangen wird.

Der Brauch seines Stammes verlangt aber, dass die Ältere vor der Jüngeren verheiratet sein muss. So ersinnt Laban eine List. Er verlangt von Lea, dass sie anstelle von Rachel die Hochzeitsnacht mit Jakob verbringen solle. Lea kann sich gegen die väterliche Autorität nicht wehren. Bei der Hochzeitsfeierlichkeit wird Jakob so betrunken gemacht, das er die Täuschung nicht bemerkt - der Betrüger wird so zum Betrogenen. Voller "Wut" stellt Jakob Laban zur Rede, der ihm beschwichtigend für weitere 7 Jahre Knechtschaft auch Rachel zur Frau gibt.

 

Jakob beginnt an seiner Berufung zum Stammesführer zu zweifeln und stellt seinem Gott die  Frage: "Ich möchte wissen, ob es gut ist an dich zu glauben?"

In der Folgezeit wird aus dem ehemaligen Flüchtling ein sehr erfolgreicher Schafzüchter und  Familienvater, der mit seinen 4 Frauen 12 Söhne und 2 Töchter hat.

 

Und wieder einmal steht Jakob vor Laban: „Ich nehme meine Familie und meinen Lohn und ziehe heimwärts.“ Laban ist bestürzt über diese Entscheidung:„Jakob, Sohn meiner Schwester und Vater meiner Enkel, so einfach geht das nicht, hier ist deine Heimat und die Heimat deiner Familie und.....ich brauche dich.“

Jakob lässt sich nicht beeindrucken von seinem Onkel.Als dieser mit seinen Söhnen und seinen Herden unterwegs ist, nutzt Jakob die Gelegenheit, nimmt seine Familie, all sein Habe und zieht los. Nach Labans Rückkehr nimmt er erbost sofort die Verfolgung des Jakob auf, in dem Glauben Jakob hätte seine Hausgötter gestohlen. Rachel hatte die Götzen des Laban aus Rache mitgenommen. Bald schon holt Laban seinen Neffen ein, stellt ihn zur Rede und verlangt die Herausgabe der Hausgötter. Trotz intensiver Suche im Lager des Jakob kann er sie nirgends finden. Resignierend schließt er mit Jakob einen versöhnlichen Bund.

"Ich will niemals diesen Steinhügel übergehen – er soll Zeuge sein zwischen mir und dir. Dieses Steinmal sei das Mal unserer beider Völker.“

Laban kehrt zurück, Jakob zieht mit seinem Tross weiter und erreicht den Grenzfluss zu Esaus Land, den Jabbok. Auf der Suche nach einer geeigneten Furt erlebt er eine richtungsweisende Begegnung. "Jakobs Kampf" beschreibt Jakobs innere Situation - das Gute in ihm kämpft gegen das Böse. Gott sagt zu Jakob:   „Du sollst nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel – das heißt „Kämpfer für Gott“, denn du hast das Böse in dir besiegt. Du wirst dein Leben neu beginnen und dich mit deinem Bruder versöhnen“

"Am Morgen nach dem Kampf" weiß Jakob endgültig, dass er sich mit seinem Bruder versöhnen muss, mutig ist er bereit für diese Begegnung..

Esau dagegen wird eingeholt von seinen Erinnerungen an den Betrug des Jakob und zieht seinem Bruder bewaffnet entgegen.

Nach fast 20 Jahren treffen die beiden aufeinander. "Jakobs Rückkehr" ist verknüpft mit einer unterwürfigen Versöhnungsgeste, die Esaus Herz erweichen lässt.

Die beiden "Brüder" blicken wieder am Lagerfeuer sitzend auf ihr Leben  in Trennung und fragen sich "Was hat uns nur getrieben?". Beide erkennen, dass sie durch diese Trennung erst zueinander und sich selbst gefunden haben.

So sind sie "Esau und Jakob - Bruder auf Umwegen!"

Wer mag, kann die Geschichte nachlesen im Buch Genesis, 25, 19 ff